Die buddhistische Kernlehre, das Mahamudra bzw. grosse Siegel verhält sich wie eine Gangschaltung. Der höchste Gang ist der Diamantweg (siehe "Die 4 Tatbereiche"). Dabei sollst du immer möglichst glücklich sein und so auch andere ins Glück ziehen. Gelingt dir dies einmal nicht, so fällst du runter in den zweithöchsten Gang (siehe "6 befreiende Handlungen). Dieser Gang ist von neutralen Gefühlen geprägt. Hast du einmal eine wirklich schlechte Zeit, so fällst du noch weiter herunter in den tiefsten Gang (siehe 4 edle Wahrheiten). Bei diesem Gang leidest du und suchst die Erlösung daraus. Es wird empfohlen immer möglichst auf dem höchsten Gang zu leben, denn es sei der schnellste und angenehmste Weg zur Erleuchtung (= zeitloses höchstes Glück).

Diese 4 Tatbereiche lassen sich wohl auf Gutdeutsch so zusammenfassen:

Man soll sich in 4 Dingen schulen: Zufriedenheit, Dankbarkeit, Begeisterung & Gutlaunigkeit.

Dharma

 

4 edle Wahrheiten:

 

Dies, ihr Mönche, sind die vier edlen Wahrheiten. Welche vier? Das Leiden, die Entstehung des Leidens, die Aufhebung des Leidens und der zur Aufhebung des Leidens führende Weg.

Was nun ist das Leiden? Geburt ist Leiden, Alter ist Leiden, Krankheit ist Leiden, Tod ist Leiden, mit Unliebem vereint sein ist Leiden, von Liebem getrennt sein ist Leiden, nicht erlangen, was man begehrt und erstrebt, auch das ist Leiden, kurz die fünf Gruppen des Ergreifens sind Leiden. Das heißt Leiden.

Was ist die Entstehung des Leidens? Es ist der Durst, der zur Wiedergeburt führt, der von Wohlgefallen und Begierde begleitet da und dort Gefallen findet. Das heißt die Entstehung des Leidens.

Was ist die Aufhebung des Leidens? Es ist die restlose Ablehnung und Aufhebung dieses Durstes, der zur Wiedergeburt führt, der von Wohlgefallen und Begierde begleitet da und dort Gefallen findet, sein Aufgeben und seine Unterdrückung. Das heißt die Aufhebung des Leidens.

Und was ist der zur Aufhebung des Leidens führende Weg? Es ist der edle achtgliedrige Pfad, nämlich rechte Ansicht, rechtes Denken, rechtes Reden, rechtes Handeln, rechtes Leben, rechtes Streben, rechte Wachsamkeit und rechte Sammlung. Das heißt der zur Aufhebung des Leidens führende Weg. Das ihr Mönche sind die vier edlen Wahrheiten.

 

6 befreiende Handlungen:

 

1. Großzügigkeit
2. sinnvolles Verhalten
3. Geduld
4. freudige Anstrengung
5. Meditation
6. Weisheit


Die 4 Tatbereiche:

 

Der befriedende Mensch entspricht dem jovialen Gastgeber, der nicht zufrieden ist, bis alle es sind. Meist sehr gemütlich veranlagt und mit einer eher birnenförmigen Statur, muss er ständig aufpassen, nicht von anderen ausgenutzt zu werden oder sich durch übermässiges Trinken oder Essen selbst zu schädigen. Schafft er das jedoch, kann er vielen Menschen die Nähe und Wärme bringen, die ihnen oft seit ihrer Kindheit fehlten. Wichtig ist, darauf zu achten, die entstandene gefühlsmässige Offenheit bei den Leuten auf eine dauerhaft sinnvolle Ebene zu lenken.

Der bereichernde Typ besitzt oft eine ganz äussere Erscheinung. Er hat dünne Knochen, schnelle Bewegungen und ist sich in allen Richtungen bewusst, was eben abläuft. Von ihm bekommt man die letzten Tipps und hört, was angesagt ist. Da sein Wirkungsfeld viele erreicht und auch verbindend wirken kann, soll er sich nicht nur als "für das Alltägliche zuständig" sehen, sondern eine überpersönliche Sichtweise entwickeln, die ihn zu einem wirklichen Freund der Wesen macht. Das bringt mehr Sinn und ist langfristig viel erfüllender, als den Werten der materiellen Welt hinterherzujagen.

Der mitreissende Tatbereich fällt demjenigen leicht, der äusserlich anziehend ist. Da Schönheit von der Welt sehr schnell wahrgenommen wird, liegt es auch nahe, ihren Einfluss zu nutzen. Als Ergebnis menschenfreundlicher Taten in früheren Lebenszeiten zieht sie die Wesen an. Bleibt dieser Nutzen aber oberflächlich und man weiss nur, was gerade Mode ist, verlieren alle das Kostbarste, was es gibt, eben ihre Zeit.

Der kraftvolll Schützende ist der wahre Freund der Wesen. Er ist unerschütterlich, und Körper wie Rede drücken diese Eigenschaften aus. Er hat klar beobachtende Augen und ist der Entwicklung im Raum auch durch seine Körperhaltung ein paar Schritte voraus. Wenn die drei schon Erwähnten das Ihre getan haben, steht er noch bereit, um zu helfen. Obwohl wenig mit seinem Äusseren beschäftigt und gelangweilt vom allgemeinen Geschwätz, ist er die letztendliche Stütze für die Menschen.